Das Land ist besser als seine Regierung.

Janina Böttger, Hendrik Lange

Zum heute erschienenen Sachsen-Anhalt-Monitor 2025 erklären die Landesvorsitzenden, Janina Böttger und Hendrik Lange:

Der neue Sachsen-Anhalt-Monitor 2025 macht unmissverständlich klar: Die Menschen im Land leben gern hier – aber sie trauen der Politik immer weniger zu, die richtigen Antworten zu geben. Eine Landesregierung, die seit Jahren verwaltet statt gestaltet, trägt dafür eine wesentliche Verantwortung.

Während 90 Prozent der Menschen mit ihrem eigenen Leben zufrieden sind, glauben nur 17 Prozent an eine positive Zukunft Sachsen-Anhalts. Diese Kluft zwischen persönlicher Lage und Landesentwicklung spricht eine deutliche Sprache: Das Land ist besser als seine Regierung.

„Statt Orientierung erleben viele Menschen politische Unentschlossenheit, fehlende soziale Investitionen und eine Landesregierung, die vor großen Fragen zurückschreckt, sei es bei Infrastruktur, Wirtschaftspolitik oder sozialer Sicherheit. Das Ergebnis: Zunehmende Unsicherheit, schwindendes Vertrauen und eine demokratische Kultur, die erkennbar unter Druck steht“, so Janina Böttger.

Besonders alarmierend ist, dass mehr als die Hälfte der Befragten autoritären Thesen zumindest teilweise zustimmt und nur 43 Prozent als gefestigte Demokraten gelten. Das passiert nicht in einem Vakuum – es passiert in einem politischen Klima, in dem die CDU jahrelang den Eindruck vermittelt hat, Politik müsse vor allem „liefern“, aber möglichst wenig erklären, beteiligen und einbinden. Wer Politik zum Lieferservice degradiert, darf sich über sinkendes Vertrauen nicht wundern.

Der Monitor zeigt aber auch: Menschen, die sich engagieren und mitgestalten können, haben mehr Vertrauen in demokratische Prozesse. Genau deshalb brauchen wir endlich eine Regierung, die Bürgerbeteiligung nicht als Störung empfindet, sondern als Stärke. Sachsen-Anhalt benötigt eine Politik, die Menschen nicht alleinlässt – weder in sozialen Fragen noch angesichts globaler Krisen.

Besonders bedenklich sind die weitverbreiteten Vorurteile gegenüber Zugewanderten sowie die hohe Zustimmung zu israelbezogenen Feindbildern. Das zeigt, wie dringend dieses Land eine klare, konsequente Haltung gegen jede Form von Rassismus und Antisemitismus braucht – und nicht das Lavieren oder Schweigen, das wir zuletzt zu oft von der Landesregierung gesehen haben.

„Sachsen-Anhalt darf nicht in der Unsicherheit verharren. Es braucht Investitionen in soziale Sicherheit, eine starke öffentliche Infrastruktur, eine demokratische Kultur der Beteiligung und eine Regierung, die sich den Herausforderungen des Landes endlich stellt, so Hendrik Lange.

Der Monitor zeigt, worauf es jetzt ankommt: soziale Sicherheit, demokratische Stärke und eine Zukunftsperspektive, die dem Land gerecht wird. Sachsen-Anhalt kann mehr – wenn die Politik es endlich möglich macht.