Der 8. Mai ist kein Tag der historischen Distanz, sondern ein Auftrag für die Gegenwart.

Janina Böttger, Hendrik Lange

Zum Tag der Befreiung am 8. Mai erklären die Landesvorsitzenden Janina Böttger und Hendrik Lange der Partei Die Linke Sachsen-Anhalt:

Der 8. Mai 1945 war der Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus. Mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht endeten Krieg, Terror und die nationalsozialistische Vernichtungspolitik in Europa. Wir gedenken der Millionen Opfer des Nationalsozialismus: der ermordeten Jüdinnen und Juden, Sinti:zze und Rom:nja, politisch Verfolgten, Menschen mit Behinderungen, Homosexuellen, Zwangsarbeiter:innen und Kriegsgefangenen.

81 Jahre nach der Befreiung erleben wir erneut einen politischen und kulturellen Rechtsruck. Die extreme Rechte sitzt in Parlamenten, relativiert die Verbrechen des Nationalsozialismus und greift die demokratische Erinnerungskultur offen an. Gleichzeitig geraten Gedenkstätten, Demokratieprojekte und zivilgesellschaftliche Initiativen zunehmend unter Druck.

Mit Sorge beobachten wir, dass auch aus der politischen Mitte heraus eine neue Form des Kulturkampfes betrieben wird: Förderungen werden infrage gestellt, kritische Kultur- und Bildungsarbeit delegitimiert und antifaschistisches Engagement unter Generalverdacht gestellt. Wer Demokratieprojekte schwächt, trifft nicht abstrakte Strukturen – sondern diejenigen, die tagtäglich gegen Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit arbeiten.

Der 8. Mai ist kein Tag der historischen Distanz, sondern ein Auftrag für die Gegenwart. Nie wieder Faschismus heißt: Haltung zeigen. Widersprechen. Solidarisch bleiben. Auf Initiative der Linken wird der 8. Mai in Sachsen-Anhalt heute offiziell als Gedenktag begangen.

Der Schwur von Buchenwald gilt weiter: „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“